Neue Wege... was soll das heißen?

Über mich und meine Idee zu diesem Blog.

Posted by Kirstin on October 13, 2016

Wie alles anfing

Im Jahr 2014 wurde meine Tochter geboren. Und ich denke rückblickend: Damit fing alles an. Ich habe mich vor der Geburt intensiv darum bemüht im Internet die Informationen zu finden, die ich haben möchte. Und das ist im Internet nicht immer einfach.
In dem Prozess habe ich gelernt, wie wichtig meine kritischen Fragen sind und dass meine Erfahrungen und meine Meinungen für andere eine Bereicherung sein können, so wie auch ich die Erfahrungen und Meinungen von anderen manchmal als bereichernde Horizonterweiterung empfunden habe.

Was hat sich verändert

Ich bin seit der Schwangerschaft und Geburt bewusster geworden. Ich bin mir meiner Selbst und meiner Umwelt bewusster.
Ich achte jetzt mehr auf meinen Körper als vor der Geburt. Vor der Geburt wusste ich zwar, dass ich einen Beckenboden habe, aber wie ausgeleiert dieser danach sein würde und welche Auswirkungen das auf meinen ganzen Körper haben würde, das wusste ich nicht. Heute - mehr als 2 Jahre nach der Geburt - hüpfe ich nicht mehr gerne, weil ich während des Hüpfens meinen Beckenboden spüre und es ist ein wenig unangenehm. Das lässt mich denken, dass es mir nicht so gut tut, so zu hüpfen, deswegen vermeide ich es jetzt.

Seit der Geburt meiner Tochter habe ich einen abgeklärteren Blick auf die Medizin und was sie leisten kann und was nicht und auch wie dabei mit den Menschen - den Patienten - umgegangen wird. Ich habe wohl ein paar Enttäuschungen erfahren und das hat mich desillusioniert. Wie Ärzte und Ärztinnen mit mir umgegangen sind als ich Schwanger war hat mir zum Teil gar nicht gefallen. Ich habe mir oft einen empathischen und verbindenen Austausch gewünscht, bei dem auf mich eingagangen wird und mir meine Ungewissheiten und Bedenken durch einfühlend vermitteltes Wissen genommen werden.
Ich habe jetzt mehr vertrauen in die Natur und die Selbstheilungskräfte des Körpers.
Ich habe meine Tochter ohne große Interventionen überstanden, obwohl ich in einem Krankenhaus geboren habe. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Frauen ihre Kinder ohne äußere Interventionen gebären könnten. Mir scheint, in der Geburtsmedizin geht es wie in jeder anderen Disziplin der Medizin hauptsächlich um “Fehler”, die es zu korrigieren gilt. Bei den meisten Geburten gibt es zunächst keine “Fehler” die man korrigieren könnte. Das, was eine Frau für eine Geburt benötigt ist:

  • Aufklärung, Wissen darüber, was passieren wird
  • Selbstvertrauen in die eigene (Gebär-)Fähigkeit
  • Liebevolle Unterstützung und Zuspruch (Individuell so, wie es für die Gebärende am besten passt)

Ich behaupte, wenn diese 3 Punkte immer erfüllt wären, dann würden mehr Frauen es schaffen ihr Kind ohne PDA, ohne Kaiserschnitt, oder Zange, oder Saugglocke, oder Dammschnitt zur Welt zu bringen. Ich behaupte Ärtze und Ärztinnen sind keine guten Geburtshelfer, denn unter der Geburt kommt es auf Vertrauen, Empathie und Fürsorge an und nicht auf exakte Analyse, Überwachung und frühzeitiges Intervenieren.

Fazit

Ich gehe also mit neuem Selbstvertrauen in den eigenen Körper und die eigene Gestaltungsmacht aus dieser Geschichte hervor. Das hat mich befähigt, über viele Sachen neu nachzudenken. Zum Beispiel: Wirkung und Nutzen von Medizin, Zustand meines Körpers, die Kommunikation mit anderen Menschen, politisches (Welt-)Gesschehen.
Um diese Themen wird es hier immer wieder gehen und damit gehe ich zumindest für mich Neue Wege.